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Gardasse Umrundung 2018 - 5. Tag

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Passo Cavallino – Rifugio Alpe Garda                               06.09.2018

Nach der Nacht im Bettenlager, wir waren unter uns, dann ein sehr gutes Frühstück und anschließend die sehr herzliche Verabschiedung von den Wirtsleuten. Um 09:15 Uhr sind wir gestartet. Alles gut fahrbar. An einer Stelle konnten wir einen Blick auf den Lago de Idro erhaschen. So weit waren wir vom Gardasee entfernt. Nach dem Passo di Ganone die Belohnung. Ein Speed Downhill auf Schotter spülte uns in das Valle delle Scala. Weiter durch das Lago Hinterland nach Moerna. Und dann begann er, der Uphill hinauf zum Monte Caplone. 1000 Höhenmeter auf Schotter. Durchschnittliche Steigung 15%. Das war zu fett für uns. Haben ca. 2/3 des Weges geschoben. Spaß geht anders. Unterwegs ist mir und Matze das Wasser ausgegangen. An einer Viehtränke haben wir die Flaschen aufgefüllt, hop oder top, war die Devise. Zum Glück hat keiner Magen Darm Probleme bekommen. Kurz vor der Bocca Caplone hat es dann Matze mit einem Hungerast erwischt. Er rief von weiter unten: anhalten, Pause, ich kann nicht mehr. Es war kurz vor knapp. Ihm ging es echt dreckig. Zwei Gels und eine Dose Red Bull halfen ihm wieder auf die Beine. Schon irre, wieviel Energie in dem Zeug steckt. Beim Ausloten der Leistungsgrenzen sehr hilfreich, für die Kautsch Potatoes der „Rand“ Macher schlecht hin. Auf dem Weg zur Bocca di Campai konnten wir noch in den Felsen gehauene Stellungen aus dem 1. Weltkrieg sehen.
Seid dem Verlassen des Ortes Moerna sind wir keinem Menschen mehr begegnet. Jetzt erreichten wir die Wolken. Nebelbänke um waberten die Berge. Etwas gespenstisch wirkte es schon. Von uns war noch keiner in diesem Gebiet unterwegs. Neuland entdecken ist immer spannend.
An der Bocca die Campei, dem höchsten Punt des Tages hielten wir uns nicht lange auf. Kaum Sicht durch die Wolken und kühl war es auch.
Die alte Militärpiste aus dem 1. Weltkrieg, in Italien nur „Grande Guerra“ genannt, sollte ein Traum werden. Irgendwie vergleichbar mit der Tremalzo – Passo Nota Piste oder auch der Strada delle Garobbi am Passubio. Nur ist hier, am Monte Caplone alles verfallener und ausgesetzter. Man könnte auch sagen, ursprünglicher. Und vor allem, Menschenleer. Der Downhill auf der alten Militärpiste ist komplett fahrbar. Bis zum ersten Tunnel, denn der ist verschüttet. Bedeutet für uns Mountainbiker noch einmal Schieben und tragen, hoch wie auch runter. In dem Bericht von dieser Tour in der „BIKE“ 04/2017 wurde diese Hürde auch nicht erwähnt. Danach hinunter rauschen in das Valle San Michele. Jetzt war das Tagesziel, das Rifugio Garda, greifbar nahe. 500 Höhenmeter bis zum Tagesziel. Alles auf breiten Schotterwegen mit einer moderaten, durchschnittlichen Steigung von ca. 10%.
100 Höhenmeter unterhalb des erwähnten Rifugio Garda blieb Martin an einer Berghütte stehen. Auf meine Frage ob, man hier Übernachten kann, kam ein schnelles ja. Einer rein, nach Betten Verfügbarkeit und Preis gefragt, beides o.k. Da wir wussten, dass wir die letzte, kurze Etappe bis Riva / Torbole auch mit diesen zusätzlichen 100 Höhenmetern locker bis zum Mittag schaffen, blieben wir im Rifugio Alpe Garda. Und genau das war ein sehr weiser Entschluss. Kein ½ Stunde später zog ein Unwetter über uns hinweg. Hagel, Regen, Gewitter, es war alles dabei. Der Weg vor der Hütte verwandelte sich in einen rauschenden Bach. Die Farbe der Landschaft veränderte sich von grün in Weiß. Weiß von den Hagelkörnern. Ich sah mir das Schauspiel vom inneren der Hütte durch das Fenster an, plötzlich ein Blitz und ein Knall wie an Silvester. Eine Sekunde später war es dunkel im Gastraum, Stromausfall. Der Blitz ist unmittelbar neben der Hütte eingeschlagen und hat einen Sicherungsfall verursacht. Meine Freunde meinten, du als gelernter Elektriker könntest dich doch mal nützlich machen. Habe ich nicht getan. Dafür gibt es immer noch Spezialisten vor Ort.  
Kleiner Nebeneffekt, Kein Wlan. Handy Netz sowieso Null, hatten wir schon vorher bemerkt. Dann trat ein Mann mit seinem 12-jährigen Sohn an unseren Tisch. Seine Frage? Wenn wir den Weg weiter nach unten fahren, wie weit ist es dann bis Pregasina. Wir haben ihm dann erklärt, dass der Weg nach unten nicht nach Pregasina führt, sondern nur der nach oben, von wo er gekommen ist. Ungläubiges Staunen. Zweifel, oder besser Verzweiflung spiegelten sich in seinem Gesicht. Nachdem wir ihm klar gemacht hatten, dass der direkte Weg über den Tremalzo Tunnel mindestens 3h dauert, kam leichte Panik in ihm auf. (es war nach 17:00 Uhr) Aufgrund der miserablen Wetterlage und des konditionellen Zustandes des 12-jährigen haben wir ihm geraten in der Hütte zu übernachten. Dann das nächste Fiasko. Kein Handynetz, kein Wlan, die Benachrichtigung der Ehefrau nicht möglich. Da ist uns wieder einmal bewusst geworden, wie abhängig man doch von diesen digitalen Kommunikationsmöglichkeiten geworden ist.
Die Krönung der Geschichte Vater / Sohn kommt aber noch. Der Sohn ist vom Lago di Ledro die Strasse bis zum Rifugio Garda hochgetreten, Papa, ca. 50 – 60 Jahre mit dem, igitt, ich trau es mir kaum zu schreiben, E-MTB gefahren. Da hat es mir doch spontan die Falten im Gesicht geglättet. Meine Freunde, die E-MTB’s hassen wie die Pest, verfielen in ein eisiges Schweigen.
Bevor der Shitstorm meiner Freunde so richtig über ihm losbrechen konnte, wurde es hell in der Hütte. Elektrische Energie wieder vorhanden, Wlan auch. Er konnte seiner Frau eine Nachricht schicken und ihr darin mitteilen, dass die beiden die Nacht in der Hütte verbringen werden.
Mal wieder eine Geschichte von Selbstüberschätzung und mangelnder Orts-Berg-Kenntnis.

Ach so, nur so ganz nebenbei, das war ein richtig anstrengender Tag für uns. Steile Anstiege auf losem Schotter.

2020 HM / 45 km / 5:30h / 8,1 km/h




Aktualisiert (Montag, den 10. Dezember 2018 um 17:29 Uhr)